30.5.2022

Teams zusammenstellen – aber richtig!

Raphael Hackmann
Business Development Manager

Keine wirkliche Überraschung – wir arbeiten alle in irgendeiner Form in Teams zusammen. Aber warum sind manche Teams erfolgreicher als andere? Was macht sie aus? Liegt es an deren unterschiedlichen Aufgaben, der Führung oder an den einzelnen Teammitgliedern selbst? Ja, auch! Aber vor allem liegt es an der richtigen Team-Zusammenstellung. Wir zeigen dir warum.

[#anchor1]Einzelkämpfer sind out – Teamplayer sind gefragt [#anchor1]

Die Arbeitswelt ist in stetigem Wandel: Digitale Transformation, sich rasant ändernde Marktanforderungen, ein immer höher werdender Druck darauf adäquat zu reagieren, und das bei oft gleich bleibendem Ressourceneinsatz. Von den Herausforderungen der zunehmend hybriden Arbeitswelt ganz zu schweigen … – keine Frage: Die Anforderungen sind enorm und verlangen den Mitarbeiter:innen Einiges ab! In den meisten Organisationen wird daher zunehmend auf Teamarbeit gesetzt. Einzelkämpfer sind eher ein Auslaufmodell. Aber wie werden Einzelkämpfer zu Teamplayern? Wir alle wissen um die 5 bekannten Team-Entwicklungsphasen von Tuckman (Forming > Storming > Norming > Performing > Adjourning), die ein Team durchlaufen muss, um zu einem gut funktionierenden Team zusammenzuwachsen. Setzen wir aber noch einen Schritt weiter vorne an: Wie gehe ich vor, um ein erfolgreiches Team überhaupt erst zusammenzustellen? Was braucht es in der Teamzusammenstellung, damit die einzelnen Teammitglieder zügig zu einer schlagkräftigen Einheit zusammenwachsen?

Ein echtes Team leistet mehr als die Summe seiner Teammitglieder – vorausgesetzt die Zusammenstellung stimmt.

[#anchor2]Teams zusammenstellen: wer matcht am besten oder „Tinder“ für Teams? [#anchor2]

Ein bekanntes Beispiel aus dem Fußball: Jede:r Trainer:in einer Nationalmannschaft muss sich gut überlegen, welche Spieler:innen er:sie in seinen Nationalkader nominiert. Er:sie hat eine große Auswahl an Talenten. Und wir alle haben es schon miterlebt, dass ein Team aus den Besten nicht immer auch das beste Team ist. Es gilt, „die Richtigen“ zusammenzubringen. Nämlich eine Mannschaft, die nicht nur aus 11 einzelnen Top Spieler:innen besteht, sondern die als Top-Mannschaft auf dem Rasen agiert. Diese zunächst einfache Aussage erweist sich häufig als wichtigste Entscheidung über den späteren Erfolg oder Misserfolg eines Teams – und das nicht nur beim Fußball.

Man kann sich bei der Teamzusammensetzung an theoretischen Modellen orientieren wie z.B. an den Teamrollen nach Belbin. Danach gibt es 9 typische Rollen, die in jedem Team besetzt sein sollten. Anhand des Rollenmodells kann jedes Team seine Stärken und Schwächen analysieren und herausfinden, wo Optimierungsbedarf besteht bzw. welche Rollen noch nicht besetzt sind, um zu einem guten Teamgefüge zusammenzuwachsen. Die Rollen beschreiben dabei Potenziale und unterschiedliche Persönlichkeiten und sollten im Teamentwicklungsprozess berücksichtigt werden.

Teams zusammenstellen – Erfolgsfaktoren

  • Charaktere passen zum Projekt/der Aufgabe
  • Führungsstil des Teamleads passt zum Reifegrad des Teams
  • Klare Zielvorgaben: Welche Kompetenzen hat das Team, welche braucht es noch?
  • Transparente Rollen- und Aufgabenverteilung
  • Offene Kommunikation
  • Neue Teammitglieder durchlaufen eine Art „Teamfit“
  • Erwartungshaltung an jedes Teammitglied ist bekannt
  • Fachkenntnisse, Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten stehen im Einklang zum Teamzweck

= Die richtige Mischung macht‘s

Inhomogenität und Vielfalt in einem Team werden oft als DIE Lösung angepriesen. Aber Vorsicht! Das nützt alles nichts, wenn man sich aufgrund zu unterschiedlicher Persönlichkeiten ständig aufreibt und viel Energie dadurch verloren geht. Ein gutes Team ergänzt sich, ja. Und dabei darf man auch unterschiedlicher Meinung sein und konstruktiv hart diskutieren. Aber immer auch auf eine lösungsorientierte Art und Weise. Ein Team, das nur aus Sturköpfen und Rechthabern besteht, kommt nicht gut voran. Deshalb lohnt es sich, von vorne herein bei der Teamzusammenstellung darauf zu achten, welche Persönlichkeiten sich im Team zusammenfinden und – um beim Tinder-Vergleich zu bleiben – vorher schauen, ob es einen erfolgsversprechenden Match zwischen den Teammitgliedern gibt.

[#anchor2]Teams zusammenführen braucht Teamentwicklung [#anchor2]

Wir haben gesehen, dass die Teamzusammenstellung wesentlich einfacher ist, wenn man vorher weiß, wie die Kompetenzen oder Stärken und Schwächen im Team verteilt sind. Daher lohnt es sich auf jeden Fall, sich im Unternehmen mit der richtigen Teamzusammensetzung zu beschäftigen und dies nicht als überflüssigen Luxus abzutun. Verschiedene Werkzeuge können helfen, unternehmensweit einen Überblick zu erhalten, welches Team gut funktioniert, weil das Matching stimmt. Aber nicht nur die richtige Teamzusammensetzung ist entscheidend für den Teamerfolg, sondern auch die Entwicklung des bestehenden Teams. Vor allem auch, weil man sich meistens nicht in der komfortablen Situation befindet, dass man sich ein Team samt aller Teammitglieder komplett frei wählen kann. Dann gilt es im Team herauszufinden, wo das Team steht und wohin es sich entwickeln will oder auch muss. Eine Software kann hier wertvolle Hilfestellung leisten, um ganz transparent den jeweiligen Ist-Stand des Teamgefüges zu ermitteln und gemeinsam als Team daraus Entwicklungsfelder mit konkreten Handlungen abzuleiten.

Wie das geht? Das Whitepaper "High performing Teams" liefert dir weitere wertvolle Impulse.


Raphael Hackmann
Raphael Hackmann ist als Business Development Manager bei der Haufe-umantis AG für die Produkte im Bereich New Work tätig. In seiner Rolle unterstützt er Unternehmen in der DACH-Region Ihren Weg in den Themen New Work und Selbstorganisation zu finden, damit diese sich den komplexen Herausforderungen der Zukunft stellen können. Dabei steht die Wirksamkeit von zufriedenen Teams und deren Resilienz im Vordergrund. Seine langjährige Erfahrung in der Personalberatung, im Aufbau neuer Standorte sowie seine Leidenschaft und sein KnowHow für das Arbeiten in der Zukunft bilden die Grundlage seiner Arbeit.